Mit der Weiterentwicklung der Armee (WEA) wurde die Ausbildung der Küchenfunktionäre neu ausgerichtet. Während der Rekrutenschule (RS) besucht jeder Truppenkoch einen einwöchigen Fachkurs für Truppenköche im Kommando Ausbildungszentrum Verpflegung (Kdo Ausb Zen Vpf) in Thun. In diesem Kurs werden die Truppenköche durch die Ausbildner beurteilt und mögliche Küchenchefkandidaten bestimmt. Diese werden in Absprache und Koordination mit der Stammschule in der zweiten RS–Hälfte für einen zweiwöchigen Fachkurs für Küchenchefkandidaten aufgeboten. Dabei werden die fachtechnischen Grundkenntnisse des Truppenkoches vertieft und die Eignung zum Küchenchef abgeklärt. Auch soll der Fachkurs dazu dienen, die Kandidaten für die Weiterausbildung zum Küchenchef zu motivieren und sie sollen deren Mehrwert erkennen.

Der Kandidat wird wiederum beurteilt und geht, wenn zur Weiterausbildung geeignet, mit einer Kaderempfehlung zurück zur Stammschule. Der eigentliche Vorschlag wird in der Stammschule erteilt.

Die darauffolgende Unteroffiziersschule (UOS) für Küchenchefs dauert 6 Wochen. Nach der Beförderung zum Wachtmeister wird im Praktischen Dienst während einer RS von 18 Wochen der Grad als Küchenchef abverdient.

Die 110 Küchenchefkandidaten werden in zwei Fachkursen ausgebildet. Anlässlich meines Truppenbesuches habe ich die Kandidaten an ihrem Prüfungstag in der Ausbildungshalle angetroffen. Nach verschieden Tests in der militärischen Grundausbildung und im Sport, haben sie gegen Mittag einen neuen Auftrag zum Thema Küchensysteme und Detachementsküche erhalten.

Zielsetzung: Jede Gruppe richtet selbständig einen Detachementskochplatz ein und produziert in der vorgegebenen Zeit aus dem bereitgestellten Warenkorb einen Snack jeweils süss/salzig und einen Liter Tee für 4 Personen.

Phase1: Vorbereitungsauftrag / Vorbereitung

Jede Gruppe erstellt in der vorgegebenen Zeit (50 Min) mit dem zur Hilfe gestellten Material eine Produktions- und Zeitplanung für die Zubereitung eines Snacks auf der Det Küche inklusive Einrichten des Kochplatzes.

Phase 2: Produktion

Während der Produktion wird die Arbeitstechnik, die Hygiene und die Kreativität beurteilt. Die fertig produzierten Snacks werden entsprechend angerichtet und präsentiert (3 Teller für die Jury und 1 Teller für die Klasse).

Phase 3: Bewertung

Zwei Kandidaten pro Gruppe sind für das Aufstellen der Ausstellungstische verantwortlich. Für die Präsentation der Snacks steht pro Gruppe ein Tisch zu Verfügung. Es werden die Optik, der Geschmack und die Kreativität bewertet.

Mit Hptadj Fritz Lehner, Fhr Geh Kdt Ausb Zen Vpf, beobachte ich die Kandidaten bei der Arbeit. Mit Begeisterung und Ehrgeiz gehen die Kandidaten an die Arbeit und spornen sich gegenseitig zu Höchstleistungen an. Es ist bemerkenswert, wie die Gruppen binnen der vorgegebenen Zeit höchst interessante und kreative Snacks produzieren.

Gemäss Fritz Lehner hat sich der Fachkurs für Küchenchefkandidaten bewährt. In Zusammenarbeit mit den Klassenlehrern, den Kommandanten der Stammschulen und den Leitern der Verpflegungszentren werden die Erfahrungen aus den Fachkursen ausgewertet und optimiert.

Auch wenn ein Teilnehmer aus dem Fachkurs für Küchenchefkandidaten schlussendlich keinen Vorschlag zum Küchenchef erhält, haben wir einen Mehrwert. Der Kandidat hat als Truppenkoch vertiefte Fachkenntnisse und verfügt über erste Erfahrung in der Führung. Er kann idealerweise als Küchenchefstellvertreter eingesetzt werden.

Die Truppenköche A. Prêtre und A. Aebischer sind von der zusätzlichen und vertieften Ausbildung im Fachkurs begeistert und beurteilen den Fachkurs als sehr interessant. Aebischer meint: «Viele Wege führen nach Rom – das Kochen mit einfachen Mitteln wie der Det Küche, bringen mir einen grossen Erfahrungsschatz und einen Mehrwert auch für meine zivile Tätigkeit.»

Oberst i Gst Alois Schwarzenberger
Freier Mitarbeiter LVb Log